Die richtige Bewerbung

Die richtige Bewerbung

Die richtige Bewerbung ist der Türöffner zum neuen Traumjob. Wenn man es richtig angeht. Bewerbungen werden von vielen Deutschen als bloße Beschreibungstexte missverstanden. Dabei ignorieren Sie, dass Bewerbung vor allem eines ist: Werbung für sich selbst. Das erfordert Fingerspitzengefühl.

In diesem Artikel wollen wir Ihnen helfen, Bewerbungen als Werbung zu verstehen und erfolgreich einzusetzen. Bereits hier sei etwas Wichtiges gesagt: Gute Werbung lügt nie!

Wozu bewerben?

Natürlich wissen wir, warum man sich bewirbt. Der „Krieg um Talente“ (war for talents) wird immer intensiver und vor allem große und bekannte Unternehmen können sich vor Bewerbern kaum retten. Ob viele Bewerber oder nicht, jedes Unternehmen, jede Institution nutzt diverse Bewerbungsverfahren als Mittel der Eignungsdiagnostik, um den geeignetsten Bewerber für eine bestimmte Position zu besetzen.

Erste „Bewerbungsverfahren“ kamen wohl bereits vor 6.000 Jahren zum Einsatz. Das belegen Schriftstücke aus China. Der damalige Kaiser wollte nur die besten Krieger und Soldaten und erstellte daher bestimmte Eignungskriterien, die jeder „Bewerber“ zu erfüllen hatte.

Seitdem haben sich verschiedene Verfahren der Eignungsdiagnostik entwickelt und bewährt und werden täglich bei der Auswahl geeigneter Bewerber zielführend genutzt.

Bewerbung kommt von Werbung

Mit den ersten Eignungsverfahren kamen auch die ersten „Bewerbungen“. Die meisten von uns kennen die klassische Bewerbung mit „ehrfürchtigem“ Schreibstil und teils nichtssagenden Standardsätzen.

Doch Bewerbungen ändern sich. Sie werden selbstbewusster. Werblicher. Das ist auf den sogenannten Visions-Trend aus den USA zurückzuführen, der bereits in Deutschland angekommen ist. Bewerbungsanschreiben kommunizieren somit die Visionen und Erfolge des Bewerbers viel offensiver. Ein bloßes Beschreiben ehemaliger Tätigkeiten und Aufgabengebiete reicht hier nicht mehr.

Initiative und Passion ist gefragter denn je. Falsche Bescheidenheit ist fehl am Platz, jedoch muss der Inhalt der Wahrheit entsprechen. Es ist wie mit richtiger Werbung: Lügen kommen irgendwann ans Tageslicht und wie ein Bumerang zurück.

Anschreiben statt Abschreiben

Das Anschreiben ist nicht nur zentraler Bestandteil, sondern auch die Kür einer jeden Bewerbung. Hier geht es darum, in wenigen Zeilen jemanden zu zeigen, dass man für die Stelle geeignet ist und welche Motivation man mitbringt. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Anschreiben leserfreundlich gestaltet ist, das heißt: keine langen Schachtelsätze und Gedankensprünge. Kurz und knackig lautet die Devise. Auch oft kopierte Standardsätze, wie „hiermit bewerbe ich mich mit großem Interesse“ sind überflüssig.

Der Lebenslauf sollte gut strukturiert und schnell zu erfassen sein. Und er sollte Lust auf mehr machen. Die einzelnen Themenblöcke sollten logisch angeordnet sein, sodass ein Personaler mit wenig Zeit die verschiedenen Lebensstationen schnell erfassen und zuordnen kann. Auch hier gilt es, bei der Wahrheit zu bleiben. Haben Sie Mut zur Lücke. Beabsichtigte Verschleierungsversuche fallen am Ende auf und werden Ihnen unangenehme Fragen bescheren.

Auf die Argumentation kommt es an 

Lücken im Lebenslauf können Sie selbstbewusst preisgeben. Das Wichtigste hierbei: Liefern Sie gute aber ehrliche Argumente. Stellen Sie sich beispielsweise vor, wie der Eintrag „Arbeit suchend“ auf einen Personaler wirkt. Und jetzt das gleiche mit „berufliche Neuorientierung“. Manchmal kommt es eben darauf an, wie man es schreibt. Obwohl der Inhalt der Gleiche ist, entsteht im Kopf des Personalmanagers ein ganz anderes Bild von Ihnen.

Bewerbungsfoto ja oder nein?

Laut des aktuellen Allgemeinen Gleichbehandlungsgestzes (AGG) müssen Fotos in Bewerbungen nicht mehr verwendet werden. Jedoch ist das bei vielen Personalverantwortlichen noch nicht die Regel. Obwohl laut AGG nicht zulässig, werden Fotos häufig nachgefordert. Wenn Ihnen Bewerbungsfotos kein Kopfzerbrechen bereiten, senden Sie lieber eines mit. Vielleicht beschert Ihnen das sogar einen Sympathiebonus.

Was oft falsch gemacht wird

Häufig wirken Bewerbungsunterlagen unstrukturiert und machen nicht gerade Lust aufs Lesen. Die Anschreiben sollten nicht zu steif und förmlich gestaltet werden. Um Motivation auszudrücken, eignet sich ein Prosastil, bei dem man bevorzugt schreibt wie man spricht. Das heißt, hier werden eher Verben und Adjektive verwendet, statt Substantive aneinanderzureihen.

Was ist bei Assessment-Centern zu beachten?

Assessment Center sind ein aufwändiges Verfahren der Eignungsdiagnostik und fordern den Bewerber auf ganzer Linie. Denn schließlich gibt der potenzielle Arbeitgeber viel Geld für das Assessment Center aus und möchte dafür bitte schön auch den bestmöglichen Mitarbeiter finden. So werden die Teilnehmer teils unter hohem Druck in Gruppendiskussionen, Rollenspielen, Tests, Aufgaben und Interviews ausgiebig geprüft. Teilweise werden diese sogar von Psychologen und Coaches observiert, die anhand der Körpersprache die Charakterzüge der Bewerber analysieren. Wer sein Bestes gibt und sich gut vorbereitet, kann hier sehr wertvolle Erfahrungen sammeln.

Bewerbungsgespräche

Bewerbungsgespräche – immer häufiger auch Interviews genannt – bilden meistens den krönenden Abschluss eines Bewerbungsverfahrens. Hierbei möchte der Arbeitgeber den Bewerber persönlich in einem Gespräch kennenlernen und/oder ihn fachlich testen, Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Sympathie. Der erste Eindruck kennt bekanntlich keine zweite Chance. Sympathie kann die Chancen eines Bewerbers erheblich beeinflussen. Antipathie übrigens auch.

Absolut essentiell ist es für Bewerber, sich akribisch vorzubereiten. Das heißt: betreffendes Unternehmen recherchieren, Informationen herausfinden, sich klarmachen warum man die Stelle möchte und feststellen wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Für die meisten Menschen ist es eine riesige Hilfe, Bewerbungsgespräche zu simulieren.

Fazit: Das richtige Rezept für eine Bewerbung 

Viele Menschen fragen sich, ob es ein Erfolgsrezept gibt, mit dem sich jedermann seinen Traumjob angeln kann. Da jeder Mensch und jede Bewerbungssituation sehr individuell sind, kann die Antwort eigentlich nur „Nein“ sein. Aber, wir versuchen es trotzdem einmal: Wenn es ein Erfolgsrezept für eine gelungene Bewerbung gäbe, könnte dieses aus einem Liter Passion, einem guten Schuss Leistung, einer Prise Erfolg bestehen, welches dann mit Persönlichkeit abgeschmeckt und mit Authentizität serviert würde.